Freie Bücher im öffentlichen Raum: BookCrossing.com
Man nimmt also ein paar Bücher die man entweder nicht mehr braucht oder aber so gut findet, dass andere sie auch lesen sollten. Diese registriert man auf BookCrossing.com und bekommt dann eine BookCrossing-ID (BCID). Unter dieser Nummer ist das Exemplar des Buches dann auf der Site von BookCrossing zu finden, und sie wird mit einem Hinweis auf BookCrossing.com in das Buch reingeschrieben, entweder per Hand oder mit Labels zum ausdrucken. Diese gibt es sowohl auf Englisch als auch in anderen Sprachen. Anschliessend ist das Buch 'befreit' und kann an Freunde weitergegeben oder aber einfach 'in the wild', d.h. im öffentlichen Raum released werden.
In letzterem Fall macht es wohl Sinn, das Buch an einem Ort freizusetzen, an dem man davon ausgeht dass es von potentiellen LeserInnen, die vielleicht sogar auch im Internet nachsehen, gefunden wird. Ausserdem kann man auf der Website den Ort angeben an dem man das Buch released hat. Andere Bookcrosser können sich so automatisch per Emails über Releases an Orten die sie "abonniert" haben per Email informieren lassen.
Findet man nun ein solches Buch oder bekommt es von einem Bekannten weitergereicht, so kann man nun die BookCrossing-ID des Buches auf BookCrossing.com angeben, und einen Journal-Eintrag verfassen: Hier hat man die Gelegenheit zu erwähnen wie und wo man an das Buch gekommen ist, und wie man es fand. Dazu muss man noch nicht einmal registriert sein. Ausserdem lässt sich der Status eines Buches ändern, also ob es zu haben ist, sich momentan auf Reisen befindet, oder gerade gelesen wird.
Wer mag, kann an einem Ort auch eine Crossing Zone etablieren. So erfahren andere BookCrosser durch ein Hinweis-Schild, dass an diesem Ort Bücher 'gecrossed' werden.
Hier in Giessen gibt es momentan gerade mal 24 Mitglieder, das ist nicht viel, aber ein Anfang. Insgesamt werden für Deutschland 13,307 registrierte Mitglieder angegeben, das heisst, viel unbekannter als Bloggen kann der Sport ja auch nicht sein.
Die Idee ist recht begeisternd, aber grundsätzlich wird sie wohl nur so gut funktionieren, wie die beteiligten Leute networken werden. Letztendlich ist es ja nicht eine technische Lösung per se. Ich denke, letztendlich geht es ja weniger um "befreite" Bücher als um quasi offene Lesezirkel. Grundsätzlich scheint mir der peer-2-peer Ansatz da ganz vernünftig: Also nicht gerade Bücher auf der Parkbank in den Regen zu legen, sondern erstmal im Bekanntenkreis zu verstreuen und die Idee zu promoten. Social Networking, heisst wohl mal wieder das Modewort ;-)
Ansonsten sind irgendwelche Cafes oder die Uni vielleicht ganz gute Ziele um Bücher 'in the wild' zu releasen.
Gestern habe ich mich also angemeldet und präsentiere stolz mein Bookshelf mit Premium-Foto. Ich habe zunächst zwei ganz coole Bücher und zweimal Müll registriert. 'Trailers' habe ich mal Mike in die Hand gedrückt zum Weitergeben, der andere Krams liegt noch hier rum und ist available. ;-)
Was ich aus Geek-Perspektive an der ganzen Sache aber noch schmerzlich vermisse sind RSS-Feeds, keine Frage. Gerade um Bücher zu tracken oder sich über releases an bestimmten Orten informieren zu lassen wäre das noch ne super Sache.
Weiterführende Links zum Thema BookCrossing:
- Deutschsprachige Site: BookCrossers.de
- Forum: BookCrossing.de
- Wikipedia-Eintrag 'BookCrossing'
- BookCrossing-Weblog