Offenes, kollaboratives E-Learning?
Dieser Artikel aus Telepolis vom 19.2. geht mir nicht aus dem Kopf: 'E-Learning braucht Kontinuität. Mehr nicht?' von Karl Ulrich Lippoth und Manfred Schweres. Anlässlich eines Rückblicks auf die diesjährige Learntec (nächstes Jahr bin ich dann endlich auch mal vor Ort, hoffe ich) finden sich hier einige ebenso interessante wie kritische Gedanken zum Stand des E-Learnings, zur Abgrenzung von Wissensmanagement, und unter anderem auch zum Einsatz von personal-publishing Systemen wie Weblogs oder kollaborativen Anwendungen wie Wikis.
Grundsätzlich wird E-Learning in der Praxis hier insofern sehr kritisch beäugt, da es oft meint eine Lernumgebung o.ä. durch Unfreiheiten kontrollieren zu können und oft mit Wissensmanagement verwechselt wird, indem man einfach Inhalte für eine Lernumgebung abstrahiert, anstatt das Gegenteil zu tun. Die Lerner bewegen sich in einem "von oben" auferlegten System. Lernkontrolle, -Steuerung, und -Evaluation scheinen die entscheidensten Kriterien zu sein.
Dies Widerspricht dem E-Learning Ansatz über den ich in letzter Zeit nachdenke aber so völligst, doch immerhin sehen das die Autoren wohl auch nicht viel anders: "Techniken des Internet wie Blogs oder Wiki-Datenbanken, wo im Peer-to-Peer-Verfahren gleichberechtigte Nutzer sich gegenseitig Wissen zur Verfügung stellen, Inhalte ohne jede Einschränkung kontrollieren, verändern, korrigieren, erweitern können, sind im E-Learning nicht vorgesehen. Dabei sind solche Bottom-up-Technologien direkte Produkte selbsttätigen Lernens und Wissenserwerbs, geboren aus dem gegebenen Anlass, dass Menschen zusammengekommen sind und einen gemeinsamen Bedarf empfunden haben - etwas, das von Interesse ist, in Erfahrung zu bringen. Solche "echte" Interaktivität kann nur erreicht werden, wenn versucht wird, möglichst viel Kontrolle darüber, was und wie gelernt werden soll, abzugeben."
Ganz meine Rede! Wie eine Konzeption, die einem solchen eher offenen Lernbegriff selbstgesteuerten (selbstorganisierten?) Lernens Rechnung trägt aussehen könnte, bleibt leider noch offen. Daher hoffe ich auch eher, überhaupt erst mal so etwas wie einen groben Ansatz zu finden, ein Grobkonzept.
Jochen Robes vom Weiterbildungsblog weist ganz richtig darauf hin, dass hierbei ein hoher Grad an Selbstorganisation und Lernkompetenz auf Seiten der Lerner notwendig ist (und hat nebenbei noch eine spannende Ausführung in den Kommentaren). Daher meine ich, dass gerade hier die Vermittlung und Etablierung von Wissens- und Lern-Praktiken (wie immer die auch genau aussehen mögen) im Umgang mit der Offenheit des Netzes und dem Gebrauch von unter anderem auch Weblogs und Wikis bereits ein Bestandteil eines solchen E-Learning-Ansatzes sein müsste. Denn selbstgesteuertes Lernen, ob am Rechner oder "offline", geschieht eben nicht einfach so. Es müsste erlernt werden.
Nur: Kann dies überhaupt funktionieren? Für welche Themeninhalte macht es Sinn? Erleben viele Teilnehmer die Irritation offener Systeme und explorativem, kollaborativen Lernens nicht als zu frustrierend? Oder ist Sinnerzeugung doch auf irgendeine Weise motivierender als Reproduktion? Fragen über Fragen...
Ach ja, und ein lustiges Schmankerl zum Schluss sind noch diese Kommentare eines Telepolis-Lesers aus der Branche. 8-)
Grundsätzlich wird E-Learning in der Praxis hier insofern sehr kritisch beäugt, da es oft meint eine Lernumgebung o.ä. durch Unfreiheiten kontrollieren zu können und oft mit Wissensmanagement verwechselt wird, indem man einfach Inhalte für eine Lernumgebung abstrahiert, anstatt das Gegenteil zu tun. Die Lerner bewegen sich in einem "von oben" auferlegten System. Lernkontrolle, -Steuerung, und -Evaluation scheinen die entscheidensten Kriterien zu sein.
Dies Widerspricht dem E-Learning Ansatz über den ich in letzter Zeit nachdenke aber so völligst, doch immerhin sehen das die Autoren wohl auch nicht viel anders: "Techniken des Internet wie Blogs oder Wiki-Datenbanken, wo im Peer-to-Peer-Verfahren gleichberechtigte Nutzer sich gegenseitig Wissen zur Verfügung stellen, Inhalte ohne jede Einschränkung kontrollieren, verändern, korrigieren, erweitern können, sind im E-Learning nicht vorgesehen. Dabei sind solche Bottom-up-Technologien direkte Produkte selbsttätigen Lernens und Wissenserwerbs, geboren aus dem gegebenen Anlass, dass Menschen zusammengekommen sind und einen gemeinsamen Bedarf empfunden haben - etwas, das von Interesse ist, in Erfahrung zu bringen. Solche "echte" Interaktivität kann nur erreicht werden, wenn versucht wird, möglichst viel Kontrolle darüber, was und wie gelernt werden soll, abzugeben."
Ganz meine Rede! Wie eine Konzeption, die einem solchen eher offenen Lernbegriff selbstgesteuerten (selbstorganisierten?) Lernens Rechnung trägt aussehen könnte, bleibt leider noch offen. Daher hoffe ich auch eher, überhaupt erst mal so etwas wie einen groben Ansatz zu finden, ein Grobkonzept.
Jochen Robes vom Weiterbildungsblog weist ganz richtig darauf hin, dass hierbei ein hoher Grad an Selbstorganisation und Lernkompetenz auf Seiten der Lerner notwendig ist (und hat nebenbei noch eine spannende Ausführung in den Kommentaren). Daher meine ich, dass gerade hier die Vermittlung und Etablierung von Wissens- und Lern-Praktiken (wie immer die auch genau aussehen mögen) im Umgang mit der Offenheit des Netzes und dem Gebrauch von unter anderem auch Weblogs und Wikis bereits ein Bestandteil eines solchen E-Learning-Ansatzes sein müsste. Denn selbstgesteuertes Lernen, ob am Rechner oder "offline", geschieht eben nicht einfach so. Es müsste erlernt werden.
Nur: Kann dies überhaupt funktionieren? Für welche Themeninhalte macht es Sinn? Erleben viele Teilnehmer die Irritation offener Systeme und explorativem, kollaborativen Lernens nicht als zu frustrierend? Oder ist Sinnerzeugung doch auf irgendeine Weise motivierender als Reproduktion? Fragen über Fragen...
Ach ja, und ein lustiges Schmankerl zum Schluss sind noch diese Kommentare eines Telepolis-Lesers aus der Branche. 8-)