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December 27, 2003

Textauszeichnung: Semantisch statt visuell?

Irgendwie bin ich da immer wieder mal drauf gestossen, und habe mich nun deswegen mal schlau gemacht: Was denn eigentlich der Unterschied zwischen den Tags <b>bold</b> versus <strong>strong</strong> und <i>italics</i> versus <em>emphasis</em> ist?
Zunächst einmal werden beide Paare von Tags in den allermeisten Browsern gleich dargestellt: bold und strong sind beide fettgedruckt, und italics und emphasis sind beide kursiv.
Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass es sich bei bold und italics um Tags zur visuellen Darstellung handelt, während strong und emphasis hingegen semantische, logische Tags sind. Die visuelle Darstellung bezieht sich also einzig und allein darauf, wie ein Browser den so formatierten Text darstellt. Die semantische Darstellung hingegen würde statt dessen eben tatsächlich eine Hervorhebung bzw Betonung beinhalten.
Es stellt sich nun natürlich die Frage, in welchen Fällen man darauf verzichten und zB lieber bold statt strong verwenden wöllte: Wie kann ein Text denn bold sein, nur um seiner visuellen Darstellung aber nicht um seines Sinnes willen?
Es würde vielleicht dann Sinn machen, wenn der Sinn der Kennzeichnung ausserhalb des Textes selbst liegt. Zum Beispiel wenn ich einen Teil eines Textes bold markieren würde, und dann als Hinweis für irgendjemanden darunter schriebe dass der Teil den ich markiert habe erst neu in den Text hinzu gekommen ist, oder irgendwie so etwas.

Oder man sieht sich einmal an, wie SELFHTML physische versus logische Elemente zur Textauszeichnung beschreibt: Phyisische Textauszeichnungen haben Bedeutungen wie "fett" oder "kursiv", stellen also direkte Angaben zur gewünschten Schriftformatierung dar. Bei physischen Elementen sollte der Web-Browser eine Möglichkeit finden, den so ausgezeichneten Text entsprechend darzustellen.
[...]
Logische Textauszeichnungen haben Bedeutungen wie "betont" oder "emphatisch". Bei logischen Elementen entscheidet der Web-Browser, wie ein solcher Text hervorgehoben wird (z.B. fett, kursiv oder andersfarbig). In Verbindung mit CSS Stylesheets können Sie logische Textauszeichnungen allerdings nach Wunsch formatieren.
Hier dienen also physische Elemente ausschliesslich der visuellen Formatierung, und logische ausschliesslich dem "Sinn", wobei auf eine visuelle Formatierung zunächst explizit nicht eingegangen wird. Wenn ich Text also logisch statt physisch auszeichne, reichere ich ihn mit Sinn an, und lasse dem User bzw seinem Client quasi die Wahl, wie das nun genau auf dem ausgebenden System angezeigt wird.
Wenn ich nun möchte, dass Text den ich mit strong kennzeichne auch tatsächlich fettgedruckt ist, müsste ich das streng genommen noch einmal im Stylesheet angeben. Wie gesagt: Die allermeisten Browser stellen die Tags strong und emphasis zwar fett bzw kursiv dar, dies ist jedoch keine Konvention. Undgefähr so, wie ich die Hintergrundfarbe eine Seite als Weiss definieren muss, wenn ich auch wirklich will, dass sie überall weiss ist. Sicher, auch wenn ich gar keine Hintergrundfarbe angebe werden die allermeisten Browser einen weissen Hintergrund anzeigen, doch ich habe mich da nun mal dann in diesem Falle nicht festgelegt und muss damit rechnen dass manche Systeme eine völlig andere Farbe anzeigen könnten. Aber ich schweife ab.
Jedenfalls bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dort, wo ich sinnhafte, fliessende Texte (wie also auch in Weblog-Einträgen) schreibe, die semantische Kennzeichnung mittels strong und emphasis in den meisten Fällen deutlich mehr Sinn macht, als die Kennzeichnung mittels bold und italics. Seltsamerweise scheinen die allermeisten Editoren physische Tags jedoch zu bevorzugen (Weiss jemand wieso?). Aber mal sehen ob ich mich daran gewöhnen kann, in Zukunft verstärkt zu semantisch-logischer Textauszeichnung im Markup überzugehen.
8:16 PM

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